Nachruf der Gruppe La-Pira auf Willy Hannemann

Am 20. Oktober 2008 verstarb unser geistlicher Begleiter Willy Hannemann nach schwerer Krankheit im Alter von 64 Jahren. Dieser Nachruf soll seine Verdienste um unsere Gruppe würdigen und seine Art der Verkündigung hervorheben.

Unsere Gruppe gründete er ursprünglich vor 15 Jahren als eine Art Nachfirmgruppe für Jugendliche, die nach ihrer Firmung weiterhin über theologische und weltliche Themen sprechen wollten. Die Themen wurden in lockerer Runde bearbeitet; aber nicht „einfach nur so besprochen“: Er konnte alle Fragen der Jugendlichen mit viel Fingerspitzengefühl aufnehmen und darauf eingehen. Dabei half ihm auch seine unendliche Geduld, sein ansteckender Enthusiasmus und der Eifer, mit dem er die Gruppe Woche für Woche immer aufs Neue begeistern konnte. Dass er Lehrer und Pädagoge war kam uns darüber hinaus zugute. „Wir machen hier hochtheologische Sachen!“ pflegte er stets zu sagen, und tatsächlich forderte er uns oft soweit heraus, dass wir nach einer Stunde nicht mehr folgen konnten; uninteressant wurde es jedoch nie. Dabei ergaben sich immer interessante Gespräche. Andere Standpunkte und Meinungen konnte er annehmen und die Diskussion durch seine persönliche Erfahrung bereichern. Dabei blieb er immer offen und ehrlich: dies war eine Seite an ihm, an die sich viele Menschen erinnern, die ihn vielleicht auch nur kurz kennen gelernt haben.

Über die Jahre wurde die Gruppe erwachsener und anspruchsvoller, bis er es schaffte die Gruppe Teil der Dominikanischen Familie werden zu lassen. Er bestärkte jeden Einzelnen von uns in dieser für uns schweren, und für unser Alter ungewöhnlichen Entscheidung.

Die Themenarbeit intensivierte er weiterhin. Waren wir mit einem Thema am Ende angelangt wurde die Bibliothek für das nächste Thema durchforstet. Er hatte immer vier bis fünf Bücher im Gepäck, die er uns dann mit dem Satz „Ich hab da mal was mitgebracht“ präsentierte. Witz und Humor ließ er dabei nie zu kurz kommen. Mit heiterer und ab und zu auch seichter Literatur, sowie unzähligen Anekdoten sorgte er für Auflockerung. Er nahm sich viel Zeit für unsere wöchentlichen Treffen und gelegentlichen Gruppenfahrten, wobei der Traum einer großen Gruppenreise nach Israel leider unerfüllt blieb. Eine Anstrengung merkte man ihm dabei nie an.

Er sorgte sich immer um uns, auch als die Gruppenarbeit zuletzt zum Kraftakt wurde, den er zu unserer Bewunderung immer wieder meisterte. Seine offene Art verlor er dabei nie, auch nicht  im Umgang mit seiner Krankheit und dem Tod. Dies war seine gelebte Art der Verkündigung.

Wir bitten alle Schwestern und Brüder um Fürsprache im Gebet.

Düsseldorf, der 15. November 2008